Womit beschäftigt sich die Psychologie?

Die Psychologie beschäftigt sich mit Fragen, die uns Menschen schon immer bewegt haben: Was ist der menschliche Geist? Wie denken, lernen, erinnern wir? Woher kommen unsere Gefühle? Warum tun wir, was wir tun und warum machen wir es so, wie wir es tun? Wie werden wir, wer oder was wir sind, wie sollen wir unser Zusammenleben mit anderen gestalten? Wie können wir beurteilen, welche Verhaltensweisen normal, welche ungewöhnlich und welche schädlich oder krank sind und wie können wir psychisches Leiden heilen?
(Zimbardo, P. (1995) Psychologie (6. Auflage) (S. 3). Berlin: Springer-Verlag)

Was versteht man unter Psychotherapie?

Unter Psychotherapie versteht man die Behandlung psychischer (seelischer) Probleme wie z. B. Angstsörungen, Depressionen, Zwänge, posttraumatische Belastungsstörung, somatoforme Störungen, Essstörungen, Schlafstörungen, Persönlichkeitsstörungen, usw. mit einer anerkannten Psychotherapiemethode.

Derzeit werden in Österreich folgende 23 Psychotherapiemethoden anerkannt (in alphabetischer Reihenfolge):

Was charakterisiert die Verhaltenstherapie?

Der Schwerpunkt der Verhaltenstherapie liegt im "Hier und Jetzt" und in einer Zukunftsorientierung (mit Ausnahme einer allgemeinen Anamnese und Klärung wichtiger biographischer Lebensereignisse).

Die Behandlung setzt daher in der Regel an der gegenwärtig bestehenden Problematik an. Und das therapeutische Vorgehen wird möglichst genau auf die jeweilige Störung des Klienten zugeschnitten.

Die Verhaltenstherapie orientiert sich an der empirischen Psychologie, wobei auch Erkenntnisse nicht-psychologischer Nachbardisziplinen (wie z. B. der Biologie oder Medizin) berücksichtigt werden.

Weiters ist die Verhaltenstherapie zielorientiert (Festlegen des zu erreichenden Therapiezieles durch Therapeutin und Klient), handlungsorientiert (Klient wird motiviert neue Verhaltens- bzw. Erlebensweisen bzw. Problemlösestrategien auszuprobieren) und transparent (verständliches Erklären aller Aspekte des therapeutischen Vorgehens sowie plausibles Erklärungsmodell für die vorliegende Störung).

In der Verhaltenstherapie wird eine breite Palette von verschiedensten Methoden angewandt. Beispiele dafür sind kognitive Umstrukturierung, verschiedene Entspannungstechniken, Fantasiereisen, Genusstraining, soziales Kompetenztraining, Rollenspiele, Konfrontation und systematische Desensibilisierung.

Letztendlich soll Verhaltenstherapie "Hilfe zur Selbsthilfe" sein, indem der Klient in der Therapie generelle Fertigkeiten zur selbständigen Analyse und Bewältigung zukünftiger Probleme erwirbt und dadurch Rückfällen und der Entwicklung neuer Probleme vorbeugen kann.

Wie wird man eigentlich Verhaltenstherapeutin oder Verhaltenstherapeut?

Die Ausbildung gliedert sich in zwei Stufen. Zunächst muss man das Psychotherapeutische Propädeutikum absovieren, das ich beim HoPP–Universitätslehrgang Psychotherapeutisches Propädeutikum gemacht habe. Nähere Informationen zur Ausbildung finden Sie unter dem link: www.univie.ac.at/lammgasse/hopp/

Aufbauend auf das Psychotherapeutische Propädeutikum folgt die zweite Stufe, das Fachspezifikum. Dieses habe ich bei der Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation absolviert. Falls es Sie interessiert, wie die Ausbildung verläuft, finden Sie viele Informationen unter dem link: www.institut-avm.at

Was ist ein klinischer Psychologe?

Ein klinischer Psychologe hat nach Abschluss seines Psychologie Studiums noch eine Zusatzausbildung zum Klinischen Psychologen absolviert. Klinische Psychologen beschäftigen sich mit der Diagnostik, Beratung und Behandlung von Personen mit psychischen Störungen und psychosomatischen Beschwerden bzw. von Klienten, die durch körperliche Erkrankungen psychisch belastet sind und mit Personen, die sich in einer akuten Krise befinden.

Was ist ein Gesundheitspsychologe?

Der Gesundheitspsychologe hat nach Abschluss seines Psychologie Studiums noch eine Zusatzausbildung zum Gesundheitspsychologen absolviert. Gesundheitspsychologen arbeiten im Bereich der Gesundheitsvorsorge und der Gesundheitsförderung. Sie beraten Personen z. B. in Bezug auf gesundheitsbezogene Risikofaktoren wie beispielsweise Stress, Rauchen, Alkoholkonsum, Umgang mit Medikamenten und Drogen, usw.

Wie unterscheiden sich Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten voneinander?

Der Psychiater hat Medizin studiert und sich im Anschluss daran auf das Fach Psychiatrie spezialisiert. In Österreich dürfen nur Ärzte Medikamente (z. B. Psychopharmaka) verschreiben.

Der Psychologe hat auf der Universität Psychologie studiert. Eine wichtige Aufgabe des Psychologen ist es, mit Hilfe von Testmaterialien psychische Störungen zu diagnostizieren.

Um mit der Psychotherapie-Ausbildung beginnen zu können, muss man in Österreich kein Studium abgeschlossen haben und nach Abschluss der Ausbildung erwirbt man derzeit keinen akademischen Titel. D.h. nicht alle Psychotherapeuten sind auch Akademiker. Der Psychotherapeut behandelt verschiedenste psychische Störungen mit Hilfe einer anerkannten Therapiemethode.

Arbeiten alle 3 Berufsgruppen Hand in Hand, so führt dies meist sehr rasch zu einem deutlich gesteigerten Wohlbefinden des Klienten (Beispiel: Medikamentöse Einstellung durch den Psychiater, genaue Diagnostik durch den Psychologen, psychotherapeutische Behandlung durch den Psychotherapeuten).


Anmerkung: Zur besseren Lesbarkeit habe ich den Text in der männlichen Form verfasst. Natürlich sind Psychologinnen und Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Psychiaterinnen und Psychiater sowie Ärztinnen und Ärzte gleichermaßen gemeint.